Okt 02

Dicke Luft

Der Mensch verbringt im Schnitt 80% seiner Lebenszeit in Innenräumen. Dabei kann die Qualität der Raumluft sowohl eine positive als auch eine negative Wirkung auf unsere Gesundheit haben. Wir fühlen uns wohl wenn eine saubere Luft (bestehend aus 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 0,03 % Kohlendioxid, 0,93 % Edelgase) auf eine optimale Luftfeuchtigkeit (von 40% – 60%) trifft. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet die Schleimhäute aus und macht Infekt anfällig. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit wirkt drückend und begünstig das Wachstum von Schimmelpilz. Mehrmals am Tag lüften kann dabei schon viel bewirken. In Kombination mit der richtigen Raumtemperatur von durchschnittlich +- 20 Grad Celsius kann ein optimales Raumklima geschaffen werden.

Schadstoffe im Innenausbau und Möbeln

Aber auch Staub und Bakterien, Zigarettenrauch und Schadstoffe aus ausdünstenden Baustoffen und Möbeln stellen entscheidende Einflussfaktoren für die Qualität der Raumluft und somit für unsere Gesundheit dar. Unbehagen, Müdigkeit oder gar unerklärliche körperliche Beschwerden, Auslösung von Allergien und Atemwegserkrankungen bis hin zu Langzeitschäden (Krebs und Erbgutschädigungen) können die Folgen sein. Urin- und Gewebsbiopsieproben können Schadstoffe im Körper des Menschen nachweisen. 2013 hat das WWF eine Studie dazu veröffentlicht, in der Flammschutzmittel, PCB-Verbindungen und weitere gesundheitsschädliche Chemikalien im Blut von Menschen gefunden wurden – alles Stoffe die in konventionellen Baustoffen und Möbeln vorkommen. Im folgenden Abschnitt stelle ich Dir die häufigsten Schadstoffe im Innenausbau vor, auf die wir verzichten sollten, wenn wir eine gesunde Raumluft anstreben wollen.

Kurzportrait der häufigsten Schadstoffe

Baustoffkleber

  • kommen in Farben, Fugendichtungen und Beschichtungen vor.
  • Wirkstoffe: TCEP, Polychlor-Paraffine
  • Wirkungen: Kontaktekzeme und Berufsdermatose, Allergien bis hin zu Asthma bis hin zu Übersensibilisierung

 

Farbverdünner

  • kommen als Lösungsmittel für Lacke und Kleber in Ölfarben, Teppich- und Parkettkleber vor.
  • Wirkstoffe: Ethylbenzol, Dichlormethan, Tuluol, C7- C12-Alkane, Xylol
  • Wirkungen: Allergien auslösend, Krebs erregend, neurotoxisch

 

Flammschutzmittel

  • kommen in Polstermöbeln, elektronischen Geräten und Computern vor.
  • Wirkstoffe: TCEP; Polychlor-Paraffine
  • Wirkungen: hautreizend, Krebs erregend, Allergien auslösend; hormonartig, neurotoxisch

 

Kleber

  • kommen in Kunststoff-Materialien von Gebrauchsgegenständen, Bodenbelägen und Fugenmassen vor.
  • Wirkstoffe: PAK
  • Wirkungen: hormonartige Wirkung bis hin zur Störung der Fortpflanzungsfunktion, neurotoxisch

 

Insektizide

  • kommen in Woll-Teppich-Böden, Schaf-Woll-Textilien vor.
  • Wirkstoffe: PCSD, PCAD
  • Wirkungen: Hemmung der Immunabwehr, Einfluss auf Hormonhaushalt und neurotoxisch

 

Styropor

  • kommt in Hartschäumen und anderen Isolierstoffen von Wänden und Dächern vor.
  • Wirkstoffe: Styrol
  • Wirkungen: Hemmung der Atemwege, Kopfschmerz auslösend und neurotoxisch

 

Topfkonservierer

  • kommt werden zur Konservierung von Wandfarben und Putzen eingesetzt.
  • Wirkstoffe: Thiazolinone
  • Wirkungen: Kontaktallergen, hautsensibilisierend, hochtoxisch für Wasserorganismen

 

Parkett-Kleber

  • kommen in Klebern für Bodenbeläge vor.
  • Wirkstoffe: Isocyanate
  • Wirkungen: Allergien auslösend, neurotoxisch

 

Pressspan-Leim

  • befindet sich in Sperrholz, Pressspan-Platten und Möbeln.
  • Wirkstoffe: Formaldehyd
  • Wirkungen: Schleimhaut Reizungen, neurotoxisch

 

Weichmacher

  • finden sich in Klebstoffen, Leim und Lacken Verwendung.
  • Wirkstoffe: Phthalate
  • Wirkungen: hormonartige Wirkung bis hin zur Störung der Fortpflanzungsfunktion, neurotoxisch

 

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